Montag, 29. Juli 2013

Abschied - Still 24 days

Für Pan und Jana <3
Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn man plötzlich feststellt, dass ich nur noch knapp drei Wochen hier bin.
Je näher es rückt, umso schlimmer wird es, hier mein Leben los zulassen. 
Das ist wie die rosarote Brille, wenn man zurückblickt, wirkt alles so perfekt, und man will wieder zurück.
Nur geht das dieses Mal nicht.
Auf der einen Seite freu ich mich so wahnsinnig, weil meine Gastfamilie bis jetzt einfach total nett ist, und ich wünsche mir wirklich, dass ich mich mit den verstehe, aber auf der anderen Seite möchte ich dann doch hier bleiben.
Ich hab vor einer Woche noch aus vollster Überzeugung gesagt, nein ich habe keine Angst, und nein ich finde das gar nicht schlimm meine Familie und Freunde für ein Jahr hinter mir zu lassen. 
Aber dann kommt eins zum Anderen, eine sehr gute Freundin geht spontan auch weg, und wir werden uns nicht mal mehr richtig verabschieden können, und ich glaube ich habe viele die letzten Tage das letzte Mal gesehen, schon irgendwie traurig. Auch wenn ich in einem Jahr wieder da bin.
Tja es gibt kein zurück mehr, ich zieh das durch, egal wie hart es wird. Und ich bin mir sicher, dass es das wird. 
Und meine lieben Mädels werden mir so schrecklich fehlen.
Oh Gott ihr fehlt mir Alle jetzt schon, und ich bin noch nicht mal weg.
Mir werden unsere Abende fehlen. Mit Pan Hamburg erkunden, und sich mit Ami da zu verlaufen. Mit Franzi zur Schule fahren, mir wird sogar fehlen mit Thea nicht mehr zusammen im Unterricht schlau zu sein :D 
Und mit Miri und Fini unsere Krisengespräche und und und.. 
Ich nehme euch mit, und vergesse euch nicht, und ihr mich hoffentlich auch nicht.
Also an Alle, die vielleicht auch mal ins Ausland wollen, lasst euch davon nicht abschrecken, auch wenn Abschied schwer ist, bin ich mir nach wie vor 100 prozentig sicher, dass es der richtige Schritt ist, und hey das Leben geht weiter, für mich nur einfach in einem anderen Land.
Also an alle meine Liebsten, ihr werdet mir schrecklich fehlen <3 <3 <3


Ich und meine liebsten Mädels an Silvester.
<3 <3 <3
ARGENTINIEN I'M COMING SOON - STILL 24 DAYS UNTIL MY DEPARTURE

Freitag, 21. Juni 2013

Gastfamilie!

Vor zwei Tagen kam nun endlich die Erlösung: Der Brief mit meiner Gastfamilie!
Oh mein Gott ich hab mich so gefreut!!!
Ich bin gerade vom Freibad gekommen, und dachte ich bekomme sie heute sicher nicht, weil man ja eigentlich vorher eine Mail bekommt. Und dann hab ich den Brief gesehen, aufgerissen und mich sooo gefreut. Da war mir auch erstmal egal wo ich hinkomme.
Ich hatte schon Angst, ohne Familie zu fliegen, aber die Angst war dann sofort weg.
Und dann stand da eine Adresse. Also Küste ist es nicht geworden. Nein, ich bin mitten in den Anden gelandet. 
Genauer gesagt in Villa Jardin de Reyes, ein kleines Dorf 10 km von San Salvador de Jujuy entfernt.
Ich bin super glücklich, dass ich in den Norden komme, und einfach wahnsinnig erleichtert, dass mich eine Familie aufnehmen will.
Ich werde nicht nur im Norden, sondern in der nördlichsten Provinz ganz Argentiniens leben, nämlich Jujuy. Ich werde relativ nah an der bolivischen Grenze leben.
Ich habe leider erst sehr wenig Informationen von AFS bekommen, nur eine Adresse, und die Namen.
Also ich habe eine Gastschwester, die genauso alt wie ich ist, und einen Bruder, der ein Jahr älter ist.
Mein Gastvater ist Landwirt und meine Mutter Lehrerin.
Klingt ja schon mal ganz viel versprechend, aber ich kann mir unter ein paar Namen noch sehr sehr wenig vorstellen. Also heißt es weiterhin überraschen lassen!
Gestern habe ich schon einmal eine Mail an meine Familie geschrieben, in der ich erzählt habe, wie sehr ich mich gefreut habe und und und ...
Jetzt warte ich ungeduldig auf eine Antwort und bin total gespannt.
San Salvador de Jujuy
Jetzt warte ich, dass mir meine Familie mehr erzählt, auf welche Schule ich gehen werde, wie die Sprache dort ist, wie mein Dorf aussieht und vor Allem wie meine Familie aussieht!
Wie gesagt ich bin jetzt noch mehr aufgeregt, und will unbedingt los! 
Ab jetzt bereite ich mich schon mal seelisch auf mein Leben in den Bergen vor.
Still 62 days until leaving

Freitag, 24. Mai 2013

Motivation, Frustration und aktuelle Gefühlslage


Warum ich ohne richtige Sprachkenntnisse und vor Allem in ein völlig fremdes Land gehe? Und das auch noch für ein Jahr?

Ganz einfach, ich finde es total interessant in eine komplett andere Kultur einzutauchen und mich von neuen Dingen inspirieren zu lassen. Und Argentinien ist einfach besonders, dieses Land fasziniert mich.
In einem einzigen Land ist es, im Norden heiß, und im Süden gibt es den einzigen noch wachsenden Eisgletscher. Von Wasserfällen über Wüste und Steppe, Argentinien ist unglaublich facettenreich.
Die Menschen sind mit ihrem Leben einfach glücklich, und stecken damit an. 
Und dann die Sprache, ich finde das argentinische Spanisch klingt einfach schön. Die Sprache ist einfach toll.
Ich bin zwar grad dabei, ein wenig Spanisch zu lernen, aber Castellano ist einfach ganz anders, und es ist echt anstrengend sich jeden Montagabend da noch 2 Stunden hinzuschleppen. Aber da muss ich wohl durch.
Ich bin total gespannt und kann es gar Nicht erwarten, in drei Monaten loszufliegen.
Wobei das mit 20 kg Gepäckbeschränkung noch ganz schön kompliziert wird. 

Im Moment bin ich ein wenig frustriert, weil ich endlich meine Gastfamilie noch nicht habe. Ich möchte wissen, wo ich hinkomme, wie warm es sein wird, ob ich Gastgeschwister habe, auf welche Schule ich gehen werde etc.
Ich check jeden Tag meine Mails, und gucke in den Briefkasten, und da ist es echt jeden Tag frustrierend, wenn man sie immer noch nicht hat.
Ich will am Ende nicht ohne Gastfamilie losfahren. Ich will es JETZT wissen!
Hilft wohl nur Abwarten und Tee trinken! Schrecklich...

So langsam wird mir auch immer bewusster, auf was ich mich hier eigentlich eingelassen habe, ich bin nicht nur eine Woche weg, oder einen Monat, nein ein JAHR. Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass ich so starkes Heimweh habe, aber es fällt schon schwer hier Alles zurückzulassen. Das Leben hier geht auch weiter, und das aber erstmal ohne mich. Das ist schon schwer zu akzeptieren, aber auf der anderen Seite öffnet sich mir eine neues Leben. 
Ein Jahr lang alleine, ein Jahr bin ich ganz auf mich selbst gestellt. Ich glaube, dass das für mich ein wichtiger Schritt ist.

Adios Alemania! Bienvenido Argentina!