Montag, 10. März 2014

Erster zweiter Schultag

Ich melde mich mal wieder.
Tut mir Leid, dass es länger nichts gab, aber mir gings in den letzten Wochen nicht so gut, und ich war eher mit mir selbst beschäftigt.
Das Resultat ist, dass ich voraussichtlich in einer Woche in eine andere Gastfamilie wechseln werde. Ich wollte ja vor ein paar Monaten schon mal wechseln, und bin dann aber doch geblieben. Ich mag meine jetzige Familie wirklich gerne, aber am Ende hat es einfach nicht so richtig gepasst. 
Ich hab nach meinem 6MonateArgentinienTag viele Gedanken gemacht, ob ich überhaupt glücklich so bin, wie Alles ist. Und bei mir kam immer stärker das Gefühl, dass ich eigentlich viel lieber in Deutschland wäre, und schnellstens wieder nach Hause möchte. Und so soll es ja eigentlich nicht sein. 
Ich bin gespannt auf meine neue Familie, und bereit für eine neue Etappe in Argentinien. Ich habe aus der ganzen Sache viel gelernt, und bin bereit, dieses Mal Alles besser zu machen. 
Die nächsten 4 Monaten will ich wirklich ausnutzen, denn wirklich viel Zeit bleibt ja nicht mehr.
Ich freue mich extrem nach Hause zu kommen, und ja ich freue mich sogar auf zur Schule gehen. 

Vor einer Woche waren wir beim Karneval weiter im Norden in meiner Provinz. Also Karneval ist vom Ding her das Gleiche, aber es gibt kleine Unterschiede. Die setzen sich hier alle bunte Hüte auf, man verkleidet sich nicht. Dann beschmiert man sich mit Schaum, Mehl und Fingerfarben. Man wird also ordentlich dreckig. Alles findet auf der Straße statt, also vom Prinzip her wie in Köln. Was genau man dann da macht, kann sich ja Jeder selbst denken. 
Mir hat es auf jeden Fall ziemlich gut gefallen. Den einen Abend waren wir auf einer Art Festival von landestypischen Bands. Ich stell gleich mal einen Link rein. Ich finde die Musik wirklich speziell, und ehrlicherweise ist es eher weniger die Musik, die ich mir aufn IPod lade, aber da war einfach so eine gute Stimmung, und Alle hatten Spaß, dass ich das Konzert echt gut fand. Man gewöhnt sich nach ein bisschen Zeit an die Musik. Argentinischer Karneval ist anstrengend, kalt, Nerven auftreibend, dreckig und einfach der Hammer. Es hat Spaß gebracht, schon weil man viele Leute trifft und viel mehr neue kennen lernt. 
Nach einer Woche hatte ich dann das ganze Mehl und den Schaum endgültig aus meinen Haaren :D 

Heute war mein erster Schultag nach 3 Monaten Ferien. Schon komisch, wenn man 3 Monate nicht früh aufgestanden ist. Ich bin ab jetzt im Abschlussjahrgang. 4 Monate kann ich jetzt fühlen, wie es ist zu den Größten zu gehören haha :D In Deutschland muss ich dann ja erstmal in die 11te zurück. 
Angefangen hat der Morgen mit soner Art Gottesdienst, der ne halbe Ewigkeit gedauert hat. Nachdem das dann durch war, sind wir Alle in die Kurse gegangen. Ich bin im gleichen Kurs, aber wir sind sagenhafte 21 Leute. Die anderen Kurse sind alle um die 40. Dieses Jahr muss ich auch leider anfangen mitzuarbeiten. Das was ich kann, muss ich auch machen. Habs heute versucht, war nur abschreiben, und alleine das ist schon nicht so leicht :D Ich bin halt einfach ein bisschen langsamer, als der Rest, weil ich beim schreiben so viel nachdenken muss. In der zweiten Pause gabs dann eine 'Bombe'. Sprich, Alle ausm Abschlussjahrgang haben sich mit Schaum beschmiert, rum geschrien und getanzt. Dieses Jahr müssen wir auch nachmittags nochmal zur Schule. Mein Stundenplan ist anstrengender, als letztes Jahr, aber im Vergleich zu Deutschland ziemlich entspannt. Ich freue mich, dass Schule jetzt wieder angefangen hat, weil ich jetzt wieder einen ordentlichen Tagesrythmus bekomme, und endlich was zu tun hab. 

Der Sommer geht langsam vorbei, und es wird langsam kühler. Soweit hab ich nicht mehr zu erzählen, ich melde mich dann, wenn ich in meiner neuen Familie bin! 
Vermisse euch, und kanns kaum erwarten euch Alle wieder zu sehen! Lots of Love xx. 


Sonntag, 16. Februar 2014

Freundschaften

Alsooo,
Vor zwei Wochen waren wir ein Wochenende in Bolivien, Tarija. 
Ich muss sagen, Bolivien ist unglaublich schön. Wir waren dort, um die Familie meines Vater zu besuchen, und weil sich eine Cousine verheiratet hat. 
Erstmal war es unglaublich aufwendig nach Bolivien einzureisen. Das ist eben nicht so wie in der EU, einfach über die Grenze fahren.
Wir mussten ne Stunde Zettel ausfüllen und bezahlen. Nach einem ewigen hin und her, ich musste mich 10 Millionen Mal ausweisen, sind wir dann in Bolivien gewesen. Die Straße nach Tarija schlängelt sich durch die Berge. Erst sind wir durch tropische Wälder gefahren, und dann irgendwann in einen eher steppischeren Bereich gekommen. Nach 7 Stunden waren wir dann da. 
Angekommen haben wir erstmal Pizza gegessen. Aber richtige Pizza, so wie sie man im Rest der Welt isst.
Dann hab ich Stück für Stück die Familie kennengelernt. Die sind alle mega nett, auch wenn ich am Ende immer noch nicht so ganz den Durchblick hab, wer mit wem verwandt ist. 
Am Samstag vormittag sind wir dann shoppen gegangen. Es gibt unglaublich viele Ferias, und so viele Sachen! Weil in Argentinien gibts irgendwie nicht so viel. 
Es ist sau billig, und man wird von Fakeklamotten überschwemmt. Ich hab am Ende nicht so mega viel gekauft, aber ich hab mich mal wieder wie in einer richtigen Stadt gefühlt. Es gab so viele kleine Cafes, der Plaza ist mega schön. Die Stadt ist nachts überall mich Lichthighlights ausgestattet.
Die Hochzeit war ne typische katholische Hochzeit, nicht wirklich anders, als in Deutschland. 
Am Abend wurde ich dann noch gezwungen bolivisch zu tanzen. Auch wenns nicht unbedingt so mein Ding ist, wars ganz lustig. Am Sonntag sind wir dann schon wieder nach Hause gefahren.
Dann sind meine Eltern erstmal nach Cordoba zu meinem Bruder gefahren, und ich bin mit meiner Schwester zu Hause geblieben. 
Jetzt zu meinem eigentlichen Anliegen. Freundschaften. In den letzten Wochen hat sich wirklich herausgestellt, wer wirkliche Freunde sind und wer nicht. 
Fangen wir mal bei den Argentiniern an. Also ich hatte im Abschlussjahrgang ziemlich viele 'Freunde' oder wie mans nennen mag. Die sind aber größtenteils Alle zum studieren in eine andere Provinz gegangen, aber ein Teil ich auch in Jujuy. Aber seitdem Ferien sind, hab ich höchstens mit 2 Personen noch Kontakt. Und das ist irgendwie schon merkwürdig. Aus den Augen aus dem Sinn. Bin ich am Ende wohl nicht so wichtig. Eine Freundschaft beruht auf Gegenseitigkeit, man könnte sich ja schon mal melden. Ich hab meine besten Freunde hier, und die seh ich momentan mindestens 2 Mal die Woche. Die wissen alles über mich, und ich über sie. Sowas nennt man Freundschaft. Und auch wenns mal Nervenzusammenbrüche gibt, sowas hält uns zusammen. Und ich weiß diese Personen werden mich wirklich vermissen, und wann auch immer wir uns wiedersehen werden, es wird so sein wie immer. Danke, dass ihr diese wundervollen Erfahrungen mit mir teilt. Danke, dass ihr menschlich seit. Viele Freundschaften sind hier am Ende doch ziemlich oberflächlich, auch wenn mans am Anfang nicht denkt. Aber es gibt genauso enge Freundschaften, die halten. 
Dann zu euch meine Lieben Deutschen.
Ich wusste vorher, dass in diesem Jahr viele Freundschaften kaputt gehen werden. Aber ihr übertrefft es wirklich. Ich habe mit höchstens 4 Personen wirklich Kontakt. Nichtmal in Gruppenchats hat einer Lust mir zu erzählen, wie es euch so geht. Dafür weiß ich, wer wirklich meine besten Freundinnen sind. Da melde ich mich mal bei meiner Freundin, und ich hab das Gefühl, sie hat eigentlich gar keine Lust sich mit mir zu unterhalten. Ich weiß, ich hab auch nicht immer so Lust zu antworten, und alles klein detailliert zu schreiben, aber so ab und zu schon. Ich vermisse meine besten Freundinnen. Ich vermisse die Gruppe die wir vorher waren. Und es ist wirklich schwer zu akzeptieren, dass für euch auch die Dinge weiterlaufen, und sich so unglaublich viel verändert, und ich kann rein gar Nichts dagegen machen.
Freundschaften sind schwierig, nur die echten halten wirklich. Und ich hab für mich herausgefunden, welche es sind, und welche eben nicht. 
Am Ende sind wir alle gleich, überall auf der Welt. Freunde kommen und gehen. Menschen kommen und gehen. Aber Freundschaft ist das Wichtigste.



Soo hier nochmal eine Liste mit Dingen, die ich seit 5  Monaten nicht mehr gegessen hab: 
- Mc Donalds
- Coffee to-go (Balzac, Starbucks etc.)
- BROT ( nichtmal weißbrot)
- Gurken
- Frischkäse
- Wurst, außer Schinken
- Sushi
- Spargel
- Döner
 Mehr fällt mir grad nicht ein. 
Küsschen und ganz viel Liebe <3






Freitag, 24. Januar 2014

Halbzeit ...

Hey meine Lieben,
Heute genau sind es 5 Monate. 5 Monate Argentinien. 
In einer Woche hab ich Halbzeit, dann fehlen 5 Monate und eine Woche. Ich muss sagen, ich hätte nicht gedacht, dass die Zeit so heftig schnell vorbei geht. Ich hab nur noch die Hälfte, und die zweite geht immer schneller rum. 
Ich bin ehrlich gesagt ziemlich schreibfaul momentan, deswegen hört ihr auch eher weniger von mir. Ich hab Ferien, und bin sau faul geworden. 
Also kommt jetzt eine große Zusammenfassung.
Erstmal ich wechsel doch nicht die Gastfamilie. Ich kann hier bleiben, und ich bin ziemlich froh dadrüber. Mit meiner Familie läuft es ziemlich rund, ich bin langsam aber sicher ein Teil der Familie geworden, und fühle mich wohl. Ich fühle mich zu Hause. Mit meiner Schwester versteh ich mich mega gut, und damit hab ich ziemlich Glück.
Letzte Woche ist mein Bruder nach Cordoba zum studieren umgezogen. Das ist relativ weit weg, und alle meine Freunde sind da jetzt. Viele auf jeden Fall. Es ist jetzt irgendwie leerer zu Hause.
An alle die mich kennen, die wissen genau, dass ich wandern und son Naturkrams hasse.
Mein Vater hat es bevorzugt, dass meine Schwester und ich drei Tage aufn Campo fahren. Das ist wohnen mit den Ureinwohnern.
Gesagt getan. Nach 3 Stunden Busfahren, sind wir irgendwo im nirgendwo ausgestiegen, und mussten erstmal ne halbe Ewigkeit mit den ganzen Sachen laufen. Dann sind wir erst beim falschen Haus gelandet, und wollten schon wieder zurückfahren, bis wir den Weg dann doch gefunden haben. Leider. 
Das Haus war in drei Teile gegliedert. Eine Küche ein Esszimmer und ein Zimmer, in dem die Gäste schlafen.
Das Haus an sich war aus Stroh und Lehm gebaut. Boden alles Sand. Die Einrichtung sehr einfach gehalten. Immerhin hatten wir Licht und Wasser. 
Das Gelände war riesig, Kräutergarten, und die haben allerhand Sachen, wie Mais und Kartoffeln angebaut. Alles was man halt so zum Leben braucht. Dann gabs noch Ziegen.
Mit deren Milch wird dann der Käse gemacht, was ich leider nicht lernen konnte, weil alle krank waren.
Angekommen, haben wir gegessen, und sind dann wanderm gegangen. Da wir so in ca. 4000m Höhe waren, und ich nicht an die Höhe gewöhnt bin, hatte ich am Anfang ziemliche Probleme zu atmen, was das wandern nicht unbedingt schöner gemacht hat.
Wir haben uns alte Malerein in Steinwänden angeguckt. Ziemlich interessant, ich weiß nicht genau, wie alt die sind, aber wenn man sich die Dinge genau ansieht, steckt so viel Hintergrund und Information dahinter.
Nach gefühlten 10 Stunden Rückweg, sind wir wieder im Haus angekommen. 
Noch da waren: 2 Franzosen, die auf Weltreise waren, 2 Paare aus BsAs, ein Paar aus Tucuman, und ein Franzose. Naja und die Familie. Wir haben übrigens alle zusammen in einem Raum geschlafen. Wirklich ein Traum, mit Leuten, die bald heiraten, und nachts Geräusche machen. 
Die Hälfte hat sich den Magen verdorben, weswegen wir am nächsten Tag irgendwie nix machen konnten. Ich hab für mich entschieden, dass es besser ist keine 6 Stunden Wanderung zu machen, und wollte stattdessen lernen den Käse zu machen. Naja hab ich nicht. Aber gut. Ich hab gekocht. 
Weils mittags immer so mega heiß ist, haben wir alle den ganzen nachmittag geschlafen, und den Rest des Tages hab ich mich zu Tode gelangweilt. Abends haben wir gelernt zu Tanzen. Sind so typische Tänze ausm Norden, fragt mich nicht wie die heißen. Ich kanns auch nicht so wirklich haha. 
Heute morgen sind wir dann wieder nach Hause, und ich bin ehrlich sau froh wieder zurück zu sein. Ich fand es wirklich eine Erfahrung, mal zu sehen wie das Leben so ist, aber das war mir dann doch zu viel. Zu viel Kulturschock. Für mich ist so ein Leben nichts, umso mehr bewunder ich die Menschen, die so leben, und dabei einfach so unglaublich glücklich sind. 
Wieder in Jujuy ist es mega heiß, man geht nur in die Küche und schwitzt. Deswegen bin ich über jeden Regen nur froh. Ich hab jetzt noch 1,5 Monate Ferien.
Ich versuch grade ein wenig an Gewicht zu verlieren, weil ich doch zugenommen hab, so dass mir eine Hose nicht mehr passt. Das ist ernsthaft ziemlich frustierent, wenn man nicht mehr in seine Sachen passt. Also noch mehr Fitnesstudio und versuchen weniger zu Essen. Wobei das mit dem Essen echt nicht so leicht ist. Aber ich zieh da durch, meine Uniform muss zum Schulanfang perfekt sitzen haha. 
Mir gehts im Moment ziemlich gut hier. Ich bin glücklich, meine schlimme Heimwehphase ist nach 2 Monaten endlich überwunden, und ich kann positiv nach vorne gucken. 2014 läuft bis jetzt ziemlich blendend in vielen Hinsichten.
Ich träum seit ein paar Wochen in Spanisch, ist ein bisschen komisch, aber ich merks gar nicht mehr, weil ich teilweise auch in Spanisch denke. 
Langsam macht mir der Abschied hier immer mehr Angst, mein Leben hat sich so gefestigt, und ich hab so Angst, das Alles los zulassen.